Dass ich nicht die erste bin, die über das Thema Videospam bei Facebook mittels Like-Button schreibt, ist mir klar. 🙂  Aber das ist auch gut so, denn erst die Verbreitung von Informationen, die Facebook-Nutzer betreffen, kann Abhilfe schaffen. Wichtig ist, dass die „Anbieter“ von solchen Spamfallen nur noch wenig bis möglichst gar keinen Erfolg haben. Also der „aufgeklärte Facebook-Nutzer“ solche Fallen erkennt und nicht mehr klickt.

Das kleine Facebook-Profil (Ihr erinnert Euch?) ist natürlich immer noch aktiv im Zauberwald Facebook unterwegs und dann auch prompt auf so einen Spam-Video-Link reingefallen. Es hatte ein scheinbar ultrasupercooles Video (siehe oben) auf Facebook entdeckt. Das kleine Facebook-Profil ist nun mal interessiert an allem, kann sich – zugegebenermaßen und verständlich – den weiblichen Reizen nicht ganz entziehen und steht – rein optisch orientiert – dazu auch noch auf kurze Röcke. Außerdem hatte ein guter Facebook-Kumpel das in die Timeline gepostet, da klickt man doch gern, vielleicht möchte man ja was witziges dazu kommentieren. Dafür muss man erstmal wissen, worum es geht.

Das kleine Facebook-Profil klickte auf den Video-Link in Facebook!

Der rechte Zeigefinger konnte einfach nicht widerstehen, gesteuert vom Neugierigkeitszentrum im Hirn und noch einem anderen um-trieb-igen Bereich, den wir hier – aus Diskretionsgründen – nicht weiter detailliert erläutern wollen. Doch was erschien, war nicht etwa das Video! Wie enttäuschend! Das kleine Facebook-Profil sah nur diese Website.

Zuerst dachte das kleine Facebook-Profil sogar, es wäre auf youtube gelandet, weil die Aufteilung der Seite doch stark daran erinnert. Doch URL und Logo passten nicht zusammen.

Den ersten große Fehler beging das kleine Facebook-Profil, in dem es glaubte, es könne durch Beantwortung der Fragen (des Overlays „Facebook Human Verification“) zum Video gelangen. Doch auch das funktionierte nicht! Verzweifelt schaute das kleine Facebook-Profil drein. Und tat das einzig richtige: es schloss das Fenster wieder ohne weiter irgendetwas zu klicken.

Naja, dachte das kleine Facebook-Profil. Es gibt ja auch noch andere spannende Filmchen. Und stolperte prompt über das zweite interessante Video:

Dschungelnervensäge verlor Top bei Modenschau„. Ha, das könnte witzig sein! Gleich schnell und ohne sich das Posting genau anzusehen geklickt! Das kleine Facebook-Profil landete auf einer Website, die das Video (im Ruhezustand) auch anzeigte. Doch als das kleine Facebook-Profil auf den „Play-Button“ klickte, passierte gar nichts. Naja, dass gar nichts passierte, stimmt nicht so ganz! Das kleine Facebook-Profil hatte mit einem Klick – auf den vermeintlichen Play-Button – zwei Aktionen auf einmal ausgeführt bzw. ungewollt angestoßen.

  1. 1. Like: es wurde ein Like registriert, das auch als echtes Facebook-Like angezeigt wird
  2. 2. Teilen (Sharing): das Posting wurde in der eigenen Timeline gepostet

und alles, ohne extra Bestätigung, einfach so! Das kleine Facebook-Profil bemerkte es auch erst gar nicht, wer guckt schon dauernd auf sein eigenes Profil? Es wurde darauf von einem anderen Facebook-Kumpel, der dieses Erlebnis auch schon hinter sich hatte, aufmerksam gemacht und bekam 3 Tipps, die es umgehend befolgte:

  1. 1. alles, was mit diesem Like und Share zu tun hat (in der eigenen Profilansicht), gepostet wurde, wieder zu löschen
  2. 2. ggf. (je nach Spamquelle) nochmal auf die Ursprungswebsite zu gehen und zu disliken (Vorsicht, funktioniert nicht immer!)
  3. 3. im Profil nachzuschauen, ob sich das Like auch in den „Aktivitäten und Interessen“ eingetragen hat – löschen!

Das kleine Facebook-Profil rotierte, versuchte alles richtig zu machen und die ungewollten Aktivitäten wieder zu entfernen. Es war ja nicht so, dass es zu seiner Schwäche für kurze Röcke oder Dschungelluder nicht stehen wollte … aber, es wollte unbedingt vermeiden, zur Verbreitung weiter beizutragen! Eine Frage hatte das kleine Facebook Profil dann noch:

Wie erkenne ich „richtige Video-Links“ auf Facebook?

Die Spammer sind schon sehr gut, man muss genau gucken. Auch im Vorschaubild kann manchmal der „Play-Pfeil“ mit blauem Hintergrund eingebaut sein, das ist noch kein Indikator, dass es sich um ein echtes Video handelt.
Am einfachsten ist es bei youtube: da ist sogar das Logo zu sehen. Dieses wird von Facebook eingebunden und kann (meines Wissens) nicht gefaked werden. Siehe die Dschungelnervensäge (oben), da zeigt der rote Pfeil, den ich angebracht habe, dass ein Symbol völlig fehlt!

Videos von Websites, die man nicht kennt, sind auch immer noch mit Vorsicht zu klicken, doch ein Hinweis hilft, den Facebook uns liefert (auch wieder automatisch, nicht vom Nutzer editierbar): das kleine Film-Symbol (wo sonst das youtube-Symbol oder eine andere Quellenangabe zu sehen ist).

Im großen Zweifel kann man sogar einfach den Facebook-Nutzer fragen, schlage ich dem kleinen Facebook-Profil vor. Oder man erkennt andere bekannte Video-Plattformen, wie z. B. vimeo. Oder man geht – ausgeloggt aus Facebook – auf den Link.

Dann wollen wir mal hoffen, sagt das kleine Facebook-Profil, das heute wieder viel gelernt hat, dass die Like-Spam-Verbreiter und Scammer nicht irgendwann auf Catcontent übergehen, sondern in der schlüpfrigen Ecke bleiben. Auf jeden Fall ist es einfacher, solchen Videos mit größerer Skepsis zu begegnen, als bei „normalen“ Themen. Eine letzte Frage an mich hat das kleine Facebook-Profil noch:

Warum ist es für die Anbieter überhaupt interessant, Fake-Like-Videos zu verbreiten?

Drei Dinge fallen mir sofort ein:

  • Banner – Einblendung von Werbung, auch gern mittels PopUp
  • Affiliates – auf der Landing Page, klar (irgendwer klickt immer)
  • Daten sammeln – Umfrage-Formulare, Gewinnspiele etc., die dort angeboten werden

Das scheint sich wohl zu lohnen, denn als ich auf der einen Fake-Seite gesehen habe, wer alles auf die Video-Fakes hereingefallen ist, war ich doch erstaunt. Die rechte Sidebar zeigte alle Zwangs-Likenden an … da waren einige Bekannte bei!

„Okay“, sagte das kleine Facebook-Profil, „ich werde meinen Kumpels Deinen Beitrag weiterleiten, damit die nicht mehr darauf reinfallen! Und liken – in echt!“

Weitere Informationen / Beiträge über die Zwangslikes und -shares, dem Likejacking auf Facebook findet Ihr hier: