Meiner Meinung ist es überhaupt nicht sinnvoll, die Kurznachrichten von Twitter in Facebook automatisch erscheinen zu lassen. Es gibt einige Plugins dazu, auch Social Network übergreifende Clients bieten dieses Feature mit an. Man muss nicht immer alles nutzen, was möglich ist. Meine Begründungen dazu hier:

Warum ist das uncool seine Tweets in Facebook zu posten?

  • Derselbe Content (einer Person) erreicht mich zweimal.
    Voraussetzung: ich bin auf Facebook und Twitter mit der Person befreundet bzw. followe ihr. Ganz besonders deutlich wird das, wenn man einen plattformübergreifenden Client benutzt. [Mein Fazit am Ende des Artikels geht darauf expliziter ein und berücksichtigt auch Business-Postings.]Ich greife immer häufiger auf die Erweiterung für Firefox und Chrome Yoono zu. Links auf dem Monitor ein kleines Fenster (so wie früher die standalone-Clients Twhirl oder Seesmic), rechts das Browserfenster. Auf meinem 17“ Monitor (Notebook) optimal für mich, wenn ich bestimmte Arbeiten ausführe, bei denen ich meine Timeline nicht aus den Augen lassen möchte. Die iPhone App bietet dies auch, ist allerdings in der Vielzahl der Accounts eingeschränkt, verglichen mit der Chrome-Erweiterung nicht zu empfehlen.
    Ich sehe also denselben Eintrag direkt zweimal hintereinander, das macht (für mich) einen schlechten Eindruck, warum, folgt jetzt.Meine Meinung:
    es ist nur in den seltensten Fällen sinnvoll, genau denselben Content automatisch zu posten. Twitter ist ein Nachrichtenkanal, da muss ich mich an die 140 Zeichen halten. In Facebook hingegen kann ich meine Sätze ausformulieren, eine Frage stellen, ausführlicher (nicht langatmig) schreiben, um mehr Reaktionen zu bekommen und die Leute zum Kommentieren (indirekt oder direkt) zu ermuntern.
    Nutzt das Potential (mehr als 140 Zeichen) von Facebook, in dem Ihr nicht denselben kurzen Tweet in Facebook pushed.
    Also bitte: unterschiedliche Texte verfassen, auch wenn Ihr auf denselben Inhalt hinweist. Das kann Euer Link zum eigenen Blogbeitrag sein, ein fremder Link oder einfach eine „Message“. Wenn Euch nichts anderes einfällt oder der Wortlaut wichtig ist, dann bitte etwas zeitversetzt (ab 2-3 Minuten reicht es schon) senden. Oder sich einfach bei Nachrichten auf Twitter konzentrieren, bei (erwünschten) Diskussionen/Reaktionen eher Facebook verwenden. Nicht jeden Kanal mit allem befüllen. Viel hilft nicht viel, es sollte schon gezielt und durchdacht sein!

    Warum empfehle ich das so explizit?
    Weil ich öfter beobachte, dass lieblos und gedankenlos gepostet wird, sowohl privat als auch im Business. Es wird zwar auf vielen Social Media „Experten-Fachseiten“ empfohlen, sogar im Businessbereich als „Zeitsparer“ angepriesen, das kann ich nicht unterstützen, ich rate dringend davon ab, alles in einem Wisch zu erledigen.

    Ein weiteres Nogo beim „synchronen Füttern“ von Twitter und Facebook, unbedingt vermeiden:
    Was gar nicht geht: @-Replies (Antworten) aus Twitter in Facebook  pushen. Das empfinde ich als geradezu unhöflich, weil ich den Kontext in Facebook sicherlich nicht mehr nachvollziehen kann. Es macht auch keinen Sinn, Mentions (Twitter-User mit @-Zeichen) in Facebook zu posten, da es technisch nicht unterstützt wird.

    Facebook-App zum Synchronisieren von Twitter und Facebook
    Ich habe auch mal supasync ausgetestet. Habe aber schnell wieder aufgehört die App zu benutzen. Vor kurzem war die App auch nicht erreichbar, das spricht nicht gerade für Zuverlässigkeit. Ich fand es zunächst ganz spannend, die Twitpics, die ich in Twitter poste, auch auf Facebook anzeigen zu lassen. Der Vorteil ist, dass eben nicht nur der Twitpic-Link angezeigt wird, sondern das Foto genau so, als ob ich es in Facebook gepostet hätte. Ein Beispiel findet Ihr in meinem Facebook-Fotoalbum. Es funktioniert, aber ich habe es nur mal getestet, verwende es nicht weiter. Bei Fotos finde ich es auch noch „okay“, wenn es inhaltlich Sinn macht.

  • Der allergrößte Nachteil von Doppelpostings Twitter zu Facebook

    Was fällt Euch auf? Richtig, „122 weitere Beiträge von Twitter ansehen“. Was nun, wenn genau Euer Tweet darunter zusammen gefasst ist? Genau, er wird nicht in der normalen Ansicht angezeigt, eine Interaktion vom Facebook-Nutzer ist nötig, er muss extra klicken. Wird er es tun, wenn er gar nicht weiß, was dahinter steckt? Wird er sich überhaupt trauen, zu klicken, die Seite wird sich ja unendlich lang füllen. Wird der Nutzer sich durch 122 weitere Twitter-Export-Postings wühlen? Ich vermute eher nicht. Wenn ich von mir ausgehe, ich klicke da so gut wie nie oder eben schlichtweg gar nicht drauf.

    Sicherlich muss man immer berücksichtigen, dass nicht jeder alles liest, aber die Chance gelesen zu werden, ist größer, wenn man ein direktes Facebook-Posting absetzt!  Ein paar Tools, die bei Facebook posten dürfen und zusammen gefasst werden, diese Liste ist natürlich nicht vollständig:

    • Twitter (122)
    • Foursquare (42) und andere Location Based Services
    • picplz (4)
    • Wordbooker (3)
    • Tumblr (5)
    • Instagram (24)
    • Networked Blogs (12)

    Die Zahlen in Klammern habe ich aus meiner Facebook-Timeline entnommen. Eine Moment-Aufnahme, aber sicherlich eine Tendenz. Zum Vergleich: ich habe knapp 1000 Kontakte. Es kommt natürlich (bespielsweise) darauf an, wie aktiv die Twitter/Facebook-Freunde sind.

    Nun höre ich schon die Anmerkung: aber wenn ich nur auf Facebook mit jemandem verbunden bin, dann sieht er ja gar nicht meine Tweets. Vielleicht followed er mir ja auf Twitter?
    Ja, das könnte sein, aber wenn ich alles doppelt bekomme, dann entscheide ich mich nur für einen Kanal. Wenn ich auf Twitter etwas anderes an Inhalten geboten bekomme oder einen anderen Mehrwert erhalte, dann – und nur dann – werde ich durch meine Facebook-Aktivitäten auch ggf. mehr Follower bekommen. Wie man das anstellt, wäre ein eigener Blogartikel wert.

    Noch ein Nachteil, das Facebook Feature „Teilen“ entfällt beim Posten durch Tools

    Wenn über Tools auf Facebook gepostet wird, dann ist dort kein „Teilen“-Link enthalten. Ist mir eben gerade passiert, dass ich einen guten Link teilen wollte. Das Posting kam über Tweetdeck, enthielt nur die beiden Links „Gefällt mir“ und „Kommentieren“. Das „Teilen“ als dritte Option ist entfallen. Nicht gut, gar nicht gut! Was habe ich gemacht? Ich habe den Links rauskopiert und als eigenes Posting abgesetzt – und glatt dabei vergessen den Linkgeber zu nennen. Hmmmm, nicht schön!

Was ist der bessere Weg zum Publizieren von Inhalten im Social Web?

Man stellt sich einfach vor, die Social Media Aktivitäten würden in einem Newsroom gebündelt werden, was ich jetzt nicht weiter ausführe, daher mein Linktipp zum Weiterlesen. Für den Business-Bereich sollte dieses immer eine Überlegung sein, wenn die Aktivitäten im Social Web professionell dargestellt werden sollen, wenn das Konzept es erlaubt. Die Inhalte wieder in den Newsroom „zurück zu holen“ und dort gebündelt zu publizieren ist eine gute Idee. Und wie sieht das denn aus, wenn dort 2x derselbe Inhalt von Facebook und Twitter ist?