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4 Jahre auf Twitter – was hat sich verändert?

4 Jahre auf Twitter – was hat sich verändert?

Wie es begann, 2007

twitterMit Twitter fing ich auf den Tag genau vor vier Jahren an, also am 20.06.2007. Das heißt, ich reservierte meinen Nutzernamen – den ich bis heute nicht geändert habe. Was erwartete ich – vor vier Jahren von Twitter? Eigentlich gar nichts, erstmal war ich nur neugierig, @abotis hatte mich “eingeladen” doch “mitzumachen”. In meinem Twitterstream waren nur wenige Followings. Es gab aber auch noch keine Hilfen von Twitter, wem man folgen könnte (Who to follow) noch kamen Vorschläge, wer einem ähnlich sei (Similar to you). Das, was bei jedem Tool passiert, wenn man keine Unterstützung zur Vernetzung bekommt, passierte: Twitter wurde zusehends unspannender, ich nutzte es erst nur passiv (wie viele, die mit Twitter beginnen), dann langsam steigernd vorwiegend bei Events (z. B. Webmontag Hannover), aber auch nicht regelmäßig.

2008 wurde Twitter interessanter – durch Real Life Kontakte

Das änderte sich erst wieder, als 2008 das BarCamp Hannover stattfand. Dort fand ich – im Real Life! – viele neue “Twitter-Freunde”, mit denen ich während und auch nach der Veranstaltung in Kontakt bleiben konnte. Da wurde Twitter schon spannender und es bewahrheitete sich, was ich heute noch sage: “Ich bin da (soziales Netzwerk), wo meine Freunde sind”. Hatte ich auf der re:publica 2010 auch im Interview zu 3sat neues ähnlich formuliert. Schön zu sehen, die Steigerung in der Statistik von TweetStats:

Im August 2008 habe ich meine absolute Schallmauer von über 600 Tweets im Monat übertroffen. Ich bin sogar – noch – in den Top300 der Twittercharts von Twitter – Mit 140 Zeichen von @m140z

Greenpeace ist gerade mal zwei Plätze über mir und die Karrierebibel ist zehn Plätze unter mir. Tja, das waren noch Zeiten. Habe ich jetzt etwas falsch gemacht, dass ich nicht mehr an Platz 300 stehe? TunkRank sagt mir (heute), dass ich besser als 96% aller anderen Tweeters im Ranking bin – die Relation ist hier, denke ich, entscheidend.

Das Ranking geht von 1 (least influential) to 100 (most influential). Und Influencer (Beeinflusser hört sich komisch an, vielleicht übersetzt mit Meinungsmacher?) zu sein macht doch – meiner Meinung – mehr Sinn, als eine Ranking-Position unter den ersten 300 zu bekleiden. Aber ich war schon stolz auf Platz 190.

2009 – Twitter spielt sich ein

Twitter ist mittlerweile ein Tool für mich geworden, was ich regelmäßig nutze. Kommunikation mit “mir bekannten”  aber auch unbekannten Twitterern spielt eine große Rolle, Replies sind häufiger als eigene Statusmeldungen. Ganze Dialoge entstanden. Lag daran, dass der Follower-Wahn noch nicht so überhand genommen hatte, was aber bald kommen sollte. Einen Account nur anhand der Followerzahl zu beurteilen ist sowieso pauschal nicht möglich, meine ich. Sehr hohe Followerzahlen erreichen viele Accounts meistens auch nur, wenn sie vielen Leuten followen, es gibt natürlich prominente oder geniale Ausnahmen. Meine Aktivität, das Twittern erleidet allerdings im April 2009 einen Einbruch, nur noch die Hälfte (309) twitterte ich – im Vergleich zum August 2008. Ein paar wenige private Gründe, ja, aber um die Hälfte? Ganz einfach erklärt, Facebook wurde für mich interessanter. Und was tut man? Man verdoppelt nicht sein Kommunikationskontingent, man teilt es auf. Im Mai 2009 wurde auch die neue Reply-Regel aufgestellt. Man sah nicht mehr alle Replies, Ihr erinnert Euch nicht? Hier ist es bei Cyber-Junk erklärt. Ab  nun wurde es schwieriger neue Twitter-Perlen zu finden, … auch nahm man nicht mehr an jeder Kommunikation teil, die die anderen führten, weil man diese schlichtweg nicht mehr sah. Auch ein Grund, sich weniger einzubringen – vermute ich im Nachhinein.

Meine Followerzahl wächst dennoch, ich sage immer: die ersten 500 Follower sind die schwierigsten. Ich glaube, ich habe in diesem Jahr die 1000 vollbekommen.

Es geht nicht mehr ohne Twitter in 2010 – Blogposts und Links werden verbreitet

Mir ging es so, dass ich einen enormen Anstieg meiner Leserschaft hatte und viele neue Leser dazu bekam. “Damals” war auch die Retweet-Bereitschaft – gefühlt – höher als in 2011. Zumindest geht es mir so und anderen, die ich fragte, bit.ly sagt mir ähnliches. Ich habe Anfang des Jahres die magische 2000-er Grenze der Followerschaft erreicht. Das war aber relativ aufregend, denn der Follow- und wieder Unfollow-Wahn machte gerade seine Runde. Einen Tag auf 2001, den nächsten wieder auf 1998, das machte mich waaahnsinnig (spaßig gemeint, es gibt wichtigeres im Leben). Ein knappes Jahr später ließ ich jedoch meine Meinung dazu ab, hatte ich mir das doch lang genug angeschaut: Dieses “Follow” und sofort wieder “Unfollow” bei Twitter nervt

2011 – so sieht es heute aus

In den twitcharts.de (in wie weit diese mit der Liste aus 2008 vergleichbar ist, entzieht sich meiner Kenntnis) bin ich immer noch auf einem – für mich zufriedenstellenden Platz, wenn man bedenkt, wieviele Twitteraccounts dazu gekommen sind und richtig “pushen”.

Man muss sich allerdings eintragen, sehe ich gerade, daher nicht ganz so repräsentativ.

Vielleicht besser, das mal lokal auszutesten auf twitaholic.com:

Oho, Platz 6 in Hannover … aber Platz 47.700 in der gesamten Welt … naja, die Wahrheit für die deutschen Charts liegt wohl irgendwo in der Mitte. #schmunzel

Diese ganzen Statistiken habe ich immer mit Spaß gesehen, aber es ist doch ganz interessant, mal Vergleiche in derselben Liste (Relation betone ich wieder) anzustellen. 
Für mich ist Twitter nach wie vor ein Tool, das mir Spaß macht, wo ich mich informiere und ich meine Tipps weiter gebe. Ich hoffe, meine Follower schätzen mich, auch wenn ich nicht im Ranking super-duper hoch bin. Ebenso schätze ich Followings, die nur 100 oder wenige mehr Follower haben, wenn es mich interessiert, was sie twittern.

Was twittere ich und wieviel?

Ich scheine meine Hashtags nun häufiger zu wechseln, bzw. nicht so häufig zu nutzen, denn viele der hier angezeigten sind teilweise noch aus 2008 …  interessant. Die Statistik sagt mir, ich twittere (kumuliert aus allen Jahren) 8,27 Tweets pro Tag …  manchmal jedoch auch weniger, habe ich das Gefühl.

Nun noch meine Retweeter. Hmm, scheint auch viel aus der “guten alten Zeit” zu sein. Nur bei Rob bin ich mir sicher, dass er immer noch viel von mir retweetet. Danke, Rob!

Und was sagt uns das alles? Statistik ist das eine. Sicherlich interessant, auch wenn ich weniger ein Zahlenmensch bin als manch anderer ist. Diesen Artikel habe ich auch hauptsächlich für mich geschrieben – Egotainment, … aber freue mich, das alles mit Euch teilen zu können. Außerdem habe ich ein paar Tools erwähnt, die Ihr vielleicht auch ausprobieren möchtet oder mal wieder reinschauen möchtet. Über Nachmacher bin ich nicht entsetzt, sondern bin gern die Inspirationsquelle, wenn jemand seinen Twitter-Account mal genau so auseinandernehmen möchte. Schickt mir gern den Link oder gebt einfach einen Referer, dann sehe ich das in meinen Logfile-Statistiken.

Statistiken? Nun aber genug damit, dieser Artikel wird jetzt getwittert!

Noch ein P.S.: wenn Ihr Euch bei irgendwelchen Tools mit Eurem Twitter-Account authentifiziert/einloggt, dann achtet darauf, welche Daten abgegriffen werden. Manche Tools lesen DM (die privaten ! Nachrichten) aus! Ab 30.06. ist damit glücklicherweise Schluss, sagt auch yuccatree im Artikel Vorsicht alle externen Twitter-Dienste können derzeit DMs auslesen.

9 Kommentare

  1. Hi,
    ich habe gerade erst eine Woche Twitter hinter mir. Einige Deiner Hinweise werde ich mal verfolgen. Bin insgesamt mal gespannt, wie es sich entwickelt. Facebook war jedenfalls nicht mein Ding.

    WolfsPAD

    • Eine Frage zurück, WolfsPAD: warum hast Du auf Twitter einen protected Account (nicht öffentlich)? Das wird es Dir – etwas bis sehr viel – schwerer machen, Follower zu finden. Ich war jedenfalls etwas zurückgeschreckt, als ich Dein Profil anschauen wollte und keine Tweets lesen konnte. Ich entscheide mein Refollow immer danach, was der andere schreibt (letzte 10-15 Tweets im Schnelldurchlauf angeschaut). Ansonsten kann ich Dir empfehlen – wenn Du Dich vernetzen möchtest – zwei Accounts anzulegen, einen öffentlichen und wenn Du Spaß dran hast, einen protected, mit dem Du nur privat mit ausgewählten Leuten kommunizierst. Was meinst Du dazu?

  2. Hallo Nicole,
    die Wirkung auf andere hatte ich noch gar nicht berücksichtigt. Allerdings habe ich nach einer Woche auch noch keine Tweets geschrieben. Erstmal lesen und sehen, was kommt. Ob jemand was von mir lesen möchte, kann ich nicht beurteilen – ist erstmal auch nicht so wichtig. Deine 8,27 Tweets am Tag könnte ich nicht mit Inhalt füllen.
    Danke für die Antwort
    WolfsPAD

    • Ah, verstehe, … dann followst Du auch nicht mit der Erwartung zurück gefollowed zu werden?! Kleiner Tipp für Dich: verlinke entweder Dein Blog in Deiner “Bio” oder noch besser: poste Deine letzten besten Artikel aus dem Blog – nachträglich mit zeitlichem Abstand – um etwas in der Timeline stehen zu haben (dann würde ich diese an Deiner Stelle auch public stellen). Und immer, wenn Dir etwas einfällt, postest Du ab heute einen Tweet. Schön ist auch, wenn Du andere Blogs verlinkst, Leseempfehlungen gibst. So füllt sich Dein Account von ganz allein. Und Du bekommst sogar den einen oder anderen Follower. Sind die Vorschläge für Dich so okay? Das sind jetzt Tipps für Privattwitterer, für Firmen gelten da ganz andere Konzepte!

  3. OK,
    auf public gestellt, meinen Blog eingetragen, einige Tweets erstellt.

    Ich werde noch zum Social Web 2.0 Junkie

    Was ist mit “andere Blogs verlinken” und “Leseempfehlungen” gemeint?

    Danke für die Tipps.

    WolfPAD

  4. Noch eine Frage:
    häufig kann man den Tweets einzelner nicht folgen – etwa so als würde man bei einem Telefonat nur die eine Seite mitbekommen. Wie entsteht eigentlich diese Kommunikation und wie bekomme ich dann beide Seiten mit?

    Gruß

    • Entweder die Personen benutzen ein Hashtag (diese Raute = #) mit einem Begriff dahinter (für BarCamp Hannover = #bch11), dann kannst Du danach suchen oder Du suchst nach der Person. Twitter ist nur eingeschränkt als Dialogplattform nutzbar, man muss dann diese Brücken (oder Krücken) benutzen. Außer dem Suchfeld auf der Webstartseite von Twitter kannst Du auch die direkte Suche aufrufen: http://search.twitter.com/. Sonst nenne mir ein genaues Beispiel, wenn ich Dich jetzt nicht richtig verstanden habe (habe meine Glaskugel benutzt). #smile

  5. Weißt du noch? Damals … ;) Ich gebe bei Twitter nichts auf die Statistiken, ich freue mich wenn die Leute über Twitter auf den ein oder anderen Blogbeitrag kommen die ich dort verlinke, ansonsten versuche ich da mehr oder weniger sinnvolle Sachen los zu werden.

    • Jens, das kommt ja auch immer darauf an, wie man Twitter nutzt und ob es privat, geschäftlich oder beides ist. Ich habe über Twitter schon Beratungs- und Dienstleistungsaufträge bekommen, daher ist es für mich interessant. Auch die Kultur von Twitter zu beobachten (und auch mit Kunden zu besprechen) macht mir einfach Freude. Wenn es Dir als “Angabe” wegen der Zahlen vorgekommen sein sollte, war das nicht meine beabsichtigte Wirkung. Ich freue mich ebenso, wenn jemand über etwas schreibt und mir dann gleich “Handfestes” zum Vergleichen gibt. Und das sind nun mal die Zahlen bzw. Statistiken. :-)

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