0511web | Nicole Y. Männl

twtrland – nicht vorbereitet auf Mashable – ist (fast) down, bevor es losgeht

twtrland – nicht vorbereitet auf Mashable – ist (fast) down, bevor es losgeht

twitterEine Meldung von Mashable kann Deinen Server in die Knie zwingen. Dieses musste twtrland erfahren – und der Zustand hält seit gestern an. Die Überschrift klingt auch einfach zu verlockend:  New Twitter Analytics Tool Helps You Decide Whom To Follow.

Ein neues (!) Twitter (!) Analyse-Tool (!) hilft (!) Dir Dich zu entscheiden, wem (!) Du followen sollst.
Und so sieht das aus (Screenshot von twtrland):

Der Titel hat soviel Schmackes, dass eine große Zielgruppe angesprochen wird. Gut gemacht, Mashable – wie so oft bei der Titelwahl! Mashable hat sicherlich NICHT den Artikel von T3N: 10 Tipps für Überschriften: Was macht sie für Leser interessant gelesen. Übrigens ist der Titel von T3N ohne Fragezeichen dahinter – was mich ein wenig wunderte, ist doch eine Frage ausformuliert. 

Zurück zu twtrland: 

Zielgruppen: alle Twitter-Nutzer, die 

  • privat twittern
  • sich bei der Following-Suche unsicher sind
  • sich bei der Following-Suche unterstützen lassen wollen (sonst wissen, was sie wollen)
  • nur mal gucken wollen, ob sie richtig liegen
  • neugierig jedes Tool anschauen, ob sie es brauchen oder nicht
  • beruflich twittern
  • Twitter gezielt analysieren
  • über Twitter und Features bloggen
  • über Twitter journalistisch schreiben
  • ein kostenloses Tool testen wollen
  • mit ihrem bisherigen Tool nicht zufrieden sind
  • sich von diesem Angebot mehr erwarten

  • usw. usf. … also eigentlich hat fast jeder Twitter-Nutzer, zumindest wenn er einigermaßen aktiv Twitter nutzt, einen Grund dort vorbeizuschauen. Und: er/sie muss noch nicht mal aktiv Tweets absetzen, denn es geht ja hier um Followings, also wem man followen soll.

Verrückt, dass zwei (ich glaube, dem Nachnamen nach)  Brüder oder zumindest Verwandte Zwillinge (!) so ein Tool entwickeln. Warum ich das verrückt finde? Weil ich bisher glaubte, dass Twitter mit seinen neuen Features “Whom to follow” = “Wem folgen?” schon einigermaßen gute Vorschläge bringt. Doch auch hier: wenn ich “in der Social Web Szene” nicht involviert bin, dann fällt es den Neulingen wohl schwer, interessante Followings zu finden.

Ich habe mal einen Test mit einem Twitter-Account gemacht, den ich anonym erstellt habe. Richtig, wenn man nicht erst mal ein paar aktive Followings hat, dann ist Twitter echt öde. Die Aussage: “Twitter ist nichts für mich”, kann ich – so gesehen! – gut nachvollziehen. Wenn man trotzdem dabei bleiben möchte, dann sucht man nach Hilfen.

Also doch: es besteht Bedarf, das haben die beiden Gründer von twtrland Eytan and Noam Avigdor richtig gesehen. Leider habe ich bei der Google Blogsuche kein einziges deutschsprachiges Blog entdeckt, das schon über twtrland geschrieben hat (sonst hätte ich es hier erwähnt). “Besser als Klout” las ich beim Überfliegen der Google-Suchergebnisse. 

Nun, wir können gespannt bleiben, wie sich unser twtrland-Profil demnächst anfühlt, denn bisher ist meine Eingabe “enypsilon” in das Suchfeld zwar mit einer URL versehen (http://twtrland.com/profile/enypsilon), aber die Meldung lautet bisher so:

Andere – vorhandene – Profile können schon mal angeschaut werden, z. B. Guy Kawasaki sieht spannend aus, oder klickt einfach unten auf der Startseite twtrland.com auf ein beliebiges Avatarbildchen. Ich warte – wie viele andere – einfach noch ein bisschen ab, bis sich die Server von twtrland “erholt” haben.

Noch ein kleiner Nachsatz: ich frage mich gerade, warum ein Webdienst down gehen kann.
Meine Antwort: wenn Du entwickelst, eine Plattform zur Verfügung stellst, dann musst Du abwägen, was Dir wichtiger ist. Meistens kannst Du es Dir (besonders bei einem kostenlosen Dienst) nicht leisten, soviel Performance im vorneherein einzukaufen, dass Du so einen Ansturm wie die Verlinkung von Mashable, SpOn oder ähnlichen hoch frequentierten Seiten verkraften kannst. Ich vermute auch mal, dass die beiden Gründer nicht im mindesten mit einem Artikel auf Mashable gerechnet haben – oder die Zugriffe einfach nicht hoch genug eingeschätzt. Wie dem auch sei: ich habe größtes Verständnis, dass so etwas auch mal “schief” gehen kann und wünsche den beiden, dass sie möglichst schnell wieder 99,9% Verfügbarkeit für alle Profile – auch neu generierte – auf diesen interessanten Dienst gewähren können.

 

UPDATE 14:00 heute:

Das Monitoring (ohne Mention, nur mit #twtrland) funktioniert gut, der Twitteraccount @twtrland reagiert unmittelbar und bedankt sich bei den Leuten, die über twtrland geschrieben haben. So auch bei mir:

Was “language #6″ bedeutet, man sieht es in den Klammern. Sind da richtige Auswertungsprofis am Werk, die einen simplen Danketweet auch noch auswerten? Ich traue es den beiden mittlerweile zu.

Wirklich nett, dass die beiden auf meinen Blogartikel eingehen und mir noch mitteilen, dass sie nicht nur Brüder sind, sondern sogar Zwillinge. Ich habe das oben im Text gleich verbessert.

Ich wünsche den Avigdor-Twins Eytan and Noam weiterhin alles Gute und immer genügend Performance. Auch für Weiterentwicklungen. Ich bin sehr gespannt, ob und welches Monetarisierungsmodell die beiden entwickeln werden. Den Social Media Part haben sie heute erstmal vorbildlich “gepackt”, weiter so.