Die kleinen Videokameras, die jede Menge „Action“ mitmachen, nennen sich „Action-Cams“. Es gibt bekanntere, deren Name (GoPro) sich fast schon so gut eingeprägt haben, wie „Pril“ für Spülmittel oder „Tempo“ für Papiertaschentücher. Diese wollen wir heute beiseite lassen, denn es gibt ein „neues Biest“ auf dem Markt.

BeastVision“ von Fantec. Biestig kommt die Action-Cam aber gar nicht daher. Ich fand sie in einer recht platzsparenden Verpackung vor, so dass ich gespannt war, was überhaupt alles dabei ist. Eins ist garantiert: die Zubehörteile bekomme ich auf sicher nie wieder so in die Umverpackung, dass sie wieder zugeht. So reichlich ist das (smile).

Die Anleitung ist recht kurz und knackig. Ich blätterte sie einmal durch, um keine Anfängerfehler zu begehen und zu sehen, ob die Akkus eventuell auch schon vorgeladen sind oder eine erstmalige Ladung nach Anweisung nötig ist. War es nicht. Das einzige, was gleich mal fehlte, war die Micro-SD-Card. Ich hatte keine im Haus, also beschäftigte ich mich erstmal nicht mit der Kamera, denn einige Funktionen sind nur verfügbar, wenn diese Karte auch eingelegt ist. Ich lud also meine Akkus (2 im Lieferumfang) über den USB Port meines Notebooks. Ganz praktisch ist auch die Zigaretten-Anzünder-Kabel-Lösung, die gleich mitgeliefert wird. Die wollte ich am nächsten Tag ausprobieren, nach dem Einkauf in einem Technik-Markt.

Endlich mit der frisch gekauften und eingelegten Micro-SD Card konnte ich alle möglichen Funktion im Menü auf dem aufsteckbaren Display anschauen. Ganz wichtig ist übrigens, dass man eine „Class 10“ Card kauft. Alles andere ist zu langsam für ALLE Action-Cams! Wie gesagt, das aufsteckbare Display: Ich mag es, mir nicht merken zu müssen, dass ich fünfmal Knopf B bis zum Piepton drücken muss, um einzustellen, dass ich Weitwinkel oder einen schmalen Winkel für die Aufnahme möchte. Das Display gefällt mir als Lösung. Die Menüführung erinnert mich an andere Kameras, also kein Problem, um ohne Anleitung die wichtigsten Einstellungen durch zu probieren und nach meinen Anforderungen einzustellen.

Beast VisionEtwas komplizierter wird es, wenn man das Display-Modul abnimmt und das WiFi-Modul anstöpselt. Erst muss man sich eine App herunter laden (QR-Code ist in der Anleitung) und dann muss man in das Smartphone-Menü gehen, die WiFi-Verbindung herstellen und erst dann die App starten.

Ich hatte nachlesen müssen, damit ich auch die WiFi-Verbindung richtig herstellte. Die Ansicht auf dem iPhone (bei mir im Test) ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber durch Ausprobieren bekommt man schnell ein gutes Gefühl, was man da so antippt und dann auch erreicht.

Sollte man die Cam also mal auf dem Dach eines Autos o. ä. „unerreichbar“ angebracht haben, dann ist die WiFi-Verbindung mit der kleinen Vorschau wirklich ihr Geld wert.

Leider passt das wasserdichte Case nicht, wenn man die Autohalterung benutzt. Das wäre klasse gewesen, wenn noch ein bisschen mehr Schutz möglich wäre, wenn die Kamera draußen dran hängt. Eine große Autohalterung mit mehr Gelenken und Einstellmöglichkeiten fehlt auch, so dass ich die Aufnahmen „rechtes Vorderrad filmen, während die Kamera außen an der Tür dran hängt“ schlicht weg nicht testen konnte. Ein Klebe-Pad (es sind welche mitgeliefert) kommt auch nicht in Frage, das ist ja klar.

Es gibt sehr viele Möglichkeiten, die ich bisher nur kurz angeschaut habe, aber noch nicht alle vollständig testen konnte. Für den „Motorsport“ ist auf jeden Fall wichtig, dass auch bei höheren Geschwindigkeiten ein scharfes Bewegtbild entsteht. Wegen der Tempobeschränkung auf der Autobahn konnte ich leider noch nicht ausprobieren, wie es jenseits der 130 km/h aussieht. Aber das nächste Mal ist die Action-Cam auf jeden Fall dabei, wenn ich auf eine Rennstrecke gehe oder weiß, dass ich eine freie Autobahn vor mir habe.Um ehrlich zu sein: ein paar Halterungen und damit Möglichkeiten muss ich nochmal versuchen überhaupt zusammen zu basteln, ich steige da noch nicht ganz durch. Zum Beispiel, was der grüne Ring bedeutet … vielleicht gibt es da Ideen, freue mich über Tipps.

Als nächstes steht noch das Testen vom „Foto Burstmode“ an, der 10 schnelle Fotos nacheinander schießt und den „Syncro-Shot“, der das gleichzeitiges Schießen von Fotos während der Video Aufnahme erlaubt. Ebenso bin ich gespannt auf den G-Sensor für die automatische Aufnahme bei Kamerabewegung.

Empfehlen kann ich auch den Artikel (sehr ausführlich, fast schon eine längere Anleitung als das beigelegte gedruckte Original) bei Coffee & Chainrings: FANTEC BeastVision HD Action Camera im Test.

Mein Schnellfazit: mir gefällt die BeastVision HD Wi-Fi Edition Motorsport auf Anhieb gut, lediglich die Halterung mit 2 Gelenken muss man noch als sinnvolles „Must-Have-Zubehör“ für Außenaufnahmen hinzurechnen (um die 30,- Euro). Die Speicherkarte ebenso, aber da kann man ja selber entscheiden, wie viel Platz man benötigt, also wie teuer die zusätzlichen Kosten sind. Tipp: die Laufzeit (in etwa) steht auf den Karten drauf!

Hier der Link zum Produkt bei Amazon. Zz. für um die 250,- Euro. Eckdaten: Full HD 1080p mit 1920 x 1080 Pixeln und bis zu 30 Bildern in der Sekunde. Zeitlupenaufnahmen mit 60 Bildern in der Sekunde oder Superzeitlupenaufnahmen mit bis zu 120 Bildern in der Sekunde.

 

Das Gerät wurde mir als Teststellung zugesendet.