Mein Eindruck Google+ und Tipps zum ProfilEtwas länger gewartet habe ich, bis ich heute meinen ersten Eindruck von Google+ in die Blogwelt schreibe. Was habe ich nicht alles für unterschiedliche Meinungen bisher gelesen. Besonders auf Google+ selber und auf Facebook. Einige haben sogar sofort ihren Facebook-Account gelöscht, weil sie so begeistert waren, andere nörgelten, Google+ wäre nur ein altes Google-Produkt (Wave, Buzz) in neuem Gewand. Die Wahrheit liegt wohl irgendwo in der Mitte – finde ich. Nun ist erstmal genügend Zeit vergangen -oder? – um wirklich darüber urteilen zu können, aber nur, was die Anfangsphase betrifft.

Anfangsphase? Ja, Google+ Zugang immer noch über Invites

Mein Eindruck Google+ und Tipps zum ProfilGoogle+ ist nach wie vor zurzeit nur über eine Einladung zugänglich. Des weiteren benötigt man, wenn man einem Einladunglink folgt, auch eine Google-Mail-Adresse einen Google-Account, der nur bei Nutzung bestimmter Dienste (Apps) auch mit einer Google-Mail-Adresse verknüpft wird.  Wie man das umgehen kann? Gar nicht. Man kann aber später eine (gefilterte) Weiterleitung einrichten – falls man Benachrichtigungen an die eigene E-Mail-Adresse wünscht. -> Anleitung zur Einrichtung einer Weiterleitung von GoogleMail.
UPDATE: Diskussion auf Google+ dazu lesen!  

Mein Eindruck Google+ und Tipps zum ProfilZum besseren Verständnis: nach Klick auf den rot hinterlegten Anmeldelink (siehe Screenshot zuvor), bekommt man diese Anmeldemaske. Ist also egal, wenn man noch kein Google Konto hat, ob man es vorher oder während des Google+ Anmeldevorgang einrichtet. 

Ich schreibe das so ausführlich, weil sich bestimmt immer noch einige überlegen, ob sie bei Google+ überhaupt mitmachen wollen. 

Mitmachen bei Google+?

Den Einladungslink von mir – gilt für aktuell noch ca. 140 Einladungen – kann man auch zum Testen nehmen, denn es ist auch jederzeit möglich, seinen Account wieder zu löschen.

Mein Eindruck Google+ und Tipps zum ProfilIch empfehle auch, wenn man schon ein ernsthaft genutzes Google-Mail-Konto hat, ein zweites – ausschließlich – für Google+ einzurichten. Sollte man nämlich von Google+ gesperrt werden (siehe RealName-Diskussionen Nutzer-Aufstand gegen Google+ Echtnamen-Zwang? und Google+: Klarnamenspflicht oder nicht? – Eine Bestandsaufnahme (Update) sowie Meine Google+ Kündigung), dann ist nur das „unwichtige“ Google-Mail-Konto weg.  

Meine Meinung zur RealNamen-Diskussion?

Nun, ich selber habe kein Problem mit meinem echten Namen – egal auf welcher Plattform – zu posten. Persönlich tangiert es mich also nicht. Verstehen kann ich private Accounts, die immer nur unter einem Pseudonym bloggen und posten. Ihre Identität also verbergen wollen oder vielleicht sogar müssen (Privatsphäre). Wenn es Namen sind, die wie ein Künstlername bekannt sind, dann habe ich da nichts gegen. Sprich: nutzt dieser Mensch auf seinem Blog, bei Twitter, Facebook oder anderswo einheitlich konstant sein Pseudonym, dann sollte Google+ diesen Künstlernamen durchaus zulassen. Anders sieht es bei Business-Profilen aus. Die sind noch in der Vorbereitung und nur einige Firmen nehmen derzeit am Test teil (Quelle Google+ Blog), sind also ordentlich von Google+ zugelassen. Optimierungsfähig sind noch die Profil-Webadressen (URL), finde ich, https://plus.google.com/u/0/106479637830593992305/ ist einfach viel zu lang und kann nicht gut weiter gegeben werden. Ich hätte gern – offiziell – die URL https://plus.google.com/enypsilon/, andere Lösungen Trend: Google Plus Profile als /+ verlinken gibt es ja schon, sind aber nur mit eigenen Domains umzusetzen bzw. einen 301 Redirect. 

Jetzt komme ich zu den Tipps zum Google+ Profil, wie versprochen, bevor ich ein Fazit zum Ende ziehe:

Wie richte ich mein Google+ Profil ein?

Jetzt denken viele bestimmt, diesen Teil könnte man überlesen, aber Nein! Ich sehe auf Google+ sehr viele Profile, die einen Optimierungsbedarf haben! Also ruhig weiterlesen, auch wenn Du ein „Google+ Early Adopter“ bist! Schau Dir bitte die Screenshots an:

In Bild 1 ist mein Profil zu sehen, wenn ich es selber aufrufe (https://plus.google.com/me, dann auf „Über mich“ klicken):
Hier sieht man alle seine Einträge, auch die, die man nicht öffentlich freigegeben hat (Beispiel: meine Mobil-Nummer).

Bild 2: Was man wie freigegeben hat, sieht man erst, wenn man oben rechts auf „Profil bearbeiten“ klickt, dann erscheinen z. B. ein Schloß für private Eintragungen und eine Weltkugel für öffentlich sichtbare Daten. Hier kann – bei Klick auf den Bereich – auch eine detaillierte Zurordnung eingestellt werden. Möglich sind „Alle im Web“, „Erweiterte Kreise“, „Meine Kreise“, „Nur für Sie“ und „Benutzerdefiniert“. Wählt „Alle im Web“ für die Einträge aus, die auf jeden Fall von jedem gesehen werden dürfen. Seid nicht zu sparsam mit Informationen, die für eine „Zurück-Circelung“ wichtig sein könnten. 
Überprüfen:  wie sehen mich die Leute, die mich noch nicht kennen? Profil ansehen als … klicken!

Bild 3: im selben Modus wie Bild 1 und 2 kann ich auch testen, wie mich bestimmte Kontakte sehen können. Der Vollständigkeit halber ergänzt und in Bild 3 sieht man den Unterschied, die Mobilnummer ist nicht sichtbar! Ich könnte diese jetzt für einzelne Leute freigeben und wieder prüfen.

Jetzt wird es wichtig!

Bild 4: Der Eintrag „Beschäftigung„, aber nur der Eintrag in der ersten Zeile bzw. beim Editieren im ersten Feld, wird angezeigt, wenn jemand NICHT Euer Profil aufruft, sondern nur kurz per Mouse-Over über Euren verlinkten Namen geht. Übt Sorgfalt bei diesem Feld, wenn Ihr es im Profil ausfüllt.

Bild 5: Dies passiert, wenn jemand meinen Tipp nicht beachtet hat oder nichts einträgt. Usecase: Person M. hat mich in einen seiner Circle hinzugefügt, ich schaue schnell in den Benachrichtigungen, ob es ein interessanter Kontakt sein könnte. Sein Name ist mir nicht bekannt, ich weiß nicht, was er macht. Rufe ich nun wirklich immer sein Profil auf, um nachzuschauen? Eher nicht, denn ich bin nicht neugierig geworden. Dass wir 46 gemeinsame Kontakte haben – im Gegensatz zu Facebook! – ist hier irrelevant, da es ja nur die Leute sind, die er im Circle hat. Es ist kein „Vertrauensvorschuss“, auf den ich mich verlassen könnte! 

Bild 6: nun habe ich doch das Profil (hier ein anderes) aufgerufen, weil ich mir nicht sicher bin, ob wir uns nicht doch irgendwo her kennen und sehe: NIX in „Über mich“. Okay, das habe ich in den vorherigen Bildern schon begründet. Aber nun guckt Euch dazu noch Bild 7 an:

Bild 7: Keine öffentlichen Beiträge, nicht ein einziger. Wie schätze ich die Person nun ein? Hat sie bisher nur „eingeschränkte“ Postings an ihre Circles geschickt? Könnte sein. Es impliziert aber auf den ersten Blick absolute Inaktivität. Ist so eine Person spannend zum Zurück-Circeln? Nein! Also, heißer Tipp: schreibt wenigstens zwischendurch immer mal wieder einen informativen Beitrag, den Ihr öffentlich postet, das zeigt dann, dass der Account lebt. Oder, wenn Ihr das nicht möchtet, schreibt einmal öffentlich, dass Ihr nichts öffentlich postet und erklärt, dass Ihr nur an Eure Circles Beiträge sendet.

Puh, ich hoffe, es ist deutlich geworden, Bild 4 und Bild 7 tragen maßgeblich dazu bei, wie ich neue Kontakte, die mich in einen Circle gezogen haben, beurteile. Ich denke, es geht vielen anderen ähnlich, … Ich schreibe das so explizit, weil ich mich darüber freue, dass wirklich mal ganz neue Leute, die man nicht von Twitter oder Facebook kennt, auf mich zugehen, bzw. mich circeln. Aber mit vielen kann ich einfach nichts anfangen. Nicht immer hat man die Zeit, die Timeline-Ansicht „Nicht in Kreisen“ durchzuschauen, ob sich noch ungecircelte „Perlen“ irgendwo verstecken, die man gern lesen würde.

Nun weiter zu meiner – bisherigen – Meinung über Google+.

Das Google+ Projekt – Teilen wie im richtigen Leben, neu erfunden für das Web.

Das ist der Slogan von Google+, den ich als Marketing-Bla empfinde. Dabei gefällt mir Google+ sogar ganz gut. Es ist anders. Es ist noch nicht fertig, es hat Potential. Warum bin ich auf Google+? Für mich ist Google+ eine Plattform, bei der ich den Vorteil des asynchronen „Followings“ (wie bei Twitter) sehe, die Vernetzungsmöglichkeiten (Vorschläge) so gut wie bei Facebook sind, die Diskussionen und Inhalte teilweise interessanter sind, nicht auf 140 Zeichen begrenzt, Diskussionen durch ein Threading (ähnlich Facebook) erlaubt. Sogar ein Like/Retweet ist möglich, in Form eines „+1“-Knöpfchens.  Natürlich mache ich mir auch Gedanken darüber, was und dass Google nun alles mögliche auswerten kann, dass vieles nachvollziehbar ist. Doch: ich tue nix, was so privat ist, dass es mir zum Verhängnis werden könnte.

Irgendwann wird Werbung kommen, aber das kennen wir nun – optimiert auf Themen – von Facebook  auch in der rechten Sidebar. Ich blende diese Werbung schon automatisch aus, d. h. nehme sie nicht mehr wahr. Klar, es ist vieles noch nicht klar, was noch kommen könnte. Aber wenn es einem nicht passt, dann kann man ja auch wieder gehen (Account löschen) oder brach liegen lassen.

Keiner zwingt mich Google+ zu benutzen und ich werde es in diesem Zusammenhang sicherlich auch nur nutzen, wenn es mir Informationen, Spaß, Diskussionen, Austausch und gute Vernetzungsmöglichkeit bietet. Nun, da ist auch der Grund, warum ich z. B. nicht mehr auf Plurk bin, warum ich keine VZ-Netzwerke nutze usw. Google+ muss nicht für jeden geeignet sein, es ist kein Allheilmittel im Social Web, auch wenn es neu ist. Es wird sich entwickeln, ich werde die Entwicklung weiter beobachten, wohlwollend, aber auch kritisch. Alles ganz subjektiv, versteht sich.