Webmontag HannoverDer siebte (aber nicht verflixte) WebMontag in Hannover liegt hinter uns. Wir haben diesmal die Planung etwas kurzfristiger und die Durchführung etwas lockerer gehalten. Oder ist es — positiv gesehen — die gewisse „Routine“, die man nach einigen WebMontagen bekommt?

Großer Dank an alle Vortragenden und Teilnehmerinnen und Teilnehmer für eine — wie ich finde — entspannte aber sehr spannende Atmosphäre.

Drei Vorträge wurden gehalten:

  • Tobias Glawe und Jörn Sieveneck über Videotools (Slides sollen wohl noch folgen)
  • Alan Webb über SEO-Tools (die Präsentation werde ich noch verlinken)
  • Nicole Y. Männl (ach, wer ist denn das?), Session über BarCamps, s. u.

Eine ausführliche Beschreibung des Abendverlaufs findet Ihr bei Hilko Holweg auf maczarr. Herzlichen Dank, Du hast mir „eine Menge Schreibarbeit“ abgenommen.

Und ja, Zustimmung, Hilko: es sollten wieder mehr Vorschläge aus allen Reihen kommen, einen Vortrag/eine Session auf dem WebMontag zu halten. Nachher sieht das noch so aus, als ob wir den WebMontag nur organisieren, um … neee, natürlich ist das nicht so!  😉

Meine „Session“ über BarCamp-Sessions:

Aufhänger war die Diskussion im Forum des BarCamp Hamburg 2 (#bchh08) über die Zeitplanung. Da wir für 2009 (wahrscheinlich im Mai) ein BarCamp Hannover planen, beschäftigt mich diese Frage des Sessiontables, natürlich insgeheim und nun offiziell, sehr. Auch Tobias hat schon kurz darüber berichtet.

Bisher war es „üblich“ den Sessionplan stundenweise (60-Minuten-Takt) aufzuteilen, also eine 3/4-Stunde Session, eine Viertelstunde Pause.
Beim BarCamp Berlin im Oktober wurde eine Neuerung eingeführt: 3/4-Stunde Session, 1/2 Stunde Pause. Ich habe festgestellt, dass es mir sehr gut gefallen hat, dass man endlich mal Zeit zwischen den Sessions hatte (sich erfrischen, was essen und so weiter, Ihr wisst schon) und auch gut networken konnte.
Gerade, weil die meisten doch Ihre Sessionzeit überziehen. ? was ich übrigens als sehr unhöflich empfinde, wenn es unbegründet und einfach nur noch langgezogen wirkt.

Nun hat das BarCamp Hamburg sich wieder etwas neues ausgedacht, 1/2 Stunde Session, 1/2 Stunde Pause. Zuerst fand ich das etwas merkwürdig, doch nach kurzem Überlegen eine geniale Idee. Besonders, wenn man mehr Räume als Sessions zur Verfügung hat. Der Hintergrund ist, dass man ja die Session auch bei Bedarf länger laufen lassen kann, dann ohne dem nachfolgenden Session-Halter die Vorbereitungszeit zu nehmen, den mitgebrachten Laptop an den Beamer anzuschließen etc. Ebenso ist es bei Sessions, die einen vielleicht nicht so interessieren (höflich ausgedrückt) eine gute Möglichkeit „straffrei“ (damit meine ich den Blick der anderen) nach einer halben Stunde aufzustehen und zu gehen.

Wie sich das in der Praxis umsetzten lässt, werden wir das nächste Wochenende erleben. Ich bin gespannt.

Zurück zum WebMontag: ich habe die oben beschriebene Situation kurz erklärt. Übrigens auch in aller Kürze was ein BarCamp ist, einige wussten es nicht bzw. hatten jedoch auf meine Sessionankündigung wohl schon recherchiert (toll!), was ein BarCamp ist, waren aber noch nicht da. Insgeheim hoffe ich natürlich, dass ich die Nicht-BarCamper ein bisschen neugierig machen konnte, ein nächstes BarCamp zu besuchen.

Dem Stimmungsbild und den Bemerkungen zufolge fanden die meisten die Idee vom BCHamburg gut bis sehr gut. Ich habe noch herumgefragt, ob denn die Qualität darunter leiden könnte. Die meisten waren der Meinung, dass es kaum (oder gar keine?!) Sessions geben könne, die mehr Zeit bräuchten. Und wir meinen hier keine Workshops, es ging um Sessions!

Ich habe noch angesprochen, dass es auch daran liegt, welchen Anspruch man an sich selber und seine Session hat. Man kann in einer Session nicht jQuery (hallo und Kompliment an Dirk Jesse und Jens Grochtdreis) „erklären“, man kann aber einen Einblick geben, Beispiele und Tricks zeigen und dazu anregen, sich mit dieser Technik zu beschäftigen. Ansonsten wäre es ein Workshop oder eine Schulung. Soweit allgemeine Zustimmung vom WebMontags-Volk.

Ich fand noch viel wichtiger, dass die Nacharbeit auch „gemacht“ wird, dass die Slides und Dokumentationen, Linklisten etc. zur Verfügung gestellt werden; was leider viel zu häufig „vergessen“ wird. Dem war soweit nichts hinzuzufügen, wollte es nur erwähnt haben; hier und auf dem WebMontag.

Den Punkt „Sessionplanung — wann und wie“ und die Meinung dazu konnten wir schnell einstimmig abhandeln: für jeden Tag eine eigene Sessionplanung wurde auf jeden Fall favorisiert, auch, um noch spontaner reagieren zu können.

Ich sprach noch das Thema „Sprache“ an. Das BCBerlin war ja eindeutig ein „internationales“ BarCamp und es war klar (und gut!), dass auch somit viele englischsprachige Vorträge gehalten wurden. Was mir hingegen nicht gefallen hatte, war, dass ein auf deutsch geplanter Vortrag auf einmal auf englisch gehalten wurde.

Warum? Weil von geschätzten 30-40 Teilnehmern ein (in Zahlen: 1!) „Nicht-deutsch-sprechender-Teilnehmer“ sich meldete. Eh, sorry, aber wenn ich in einen Vortrag gehe, wo ich als einziger die Sprache nicht verstehe, dann hätte ich mich rücksichtsvoll zurück gezogen und mir eine andere Session gesucht.

Die Folien auf deutsch und der Vortrag auf englisch — die Situation finde ich auch nicht optimal. Von einem Session-Halter zu verlangen den Foliensatz in 2 Sprachen vorzuhalten, auch etwas aufwendig. Und vielleicht ist der eine oder andere auch gar nicht „geübt“, seinen Vortrag auf englisch zu halten?! Nicht falsch verstehen, ich konnte jedem englischsprachigen Vortrag gut folgen, das ist nicht die Problematik, die ich hier ansprechen möchte!
Nach einem kurzen Argumente-hin-und-her sind wir zum Ergebnis gekommen, dass man es doch wie folgt regeln könnte:

Eine Session wird gekennzeichnet, mit einem „D / E“, wenn sie in beiden Sprachen gehalten werden kann und jeweils nur mit dem Landesbuchstaben (z. B. „D“ für deutsch), wenn sie nur in einer bestimmten Sprache durchgeführt wird. Ich denke, das wäre die beste Lösung bei international besuchten Veranstaltungen. Für alle.

Nach ca. 20 Minuten — so war es ja geplant, 10 Minuten „etwas vortragen“ und danach noch diskutieren, wobei wir von Anfang an das ganze gemischt hatten — schloss ich (zufrieden) die Diskussion. Ich wäre gern noch auf das Thema „NoShows“ eingegangen, doch habe ich mich daran erinnert, dass nach mir „noch andere etwas sagen möchten“ und habe höflich das Feld geräumt.

Ich finde, dass es sehr interessant ist, so eine Art „Meinungsforschung“ und „Stimmungsbild-Recherche“ zu betreiben. Nun müssen wir nur noch den „Dreh“ finden, in die Orga des BarCamp Hannover 2009 einzusteigen; zuerst habe ich gesagt, „nach dem BarCamp Berlin“, heute sage ich: „nach dem BarCamp Hamburg“. Also bald! 😉