Meine kleine neue Wortschöpfung „Liker-Relations“ ist gar nicht so weit hergeholt und schnell erklärt: Blogger-Relations war mir ein Vorbild. Warum? Weil man viel davon ableiten kann. Also, wie man mit Bloggern umgeht, wenn man etwas erreichen möchte – was auch immer, bestenfalls Kommunikation, aber dazu später. Hier geht es um die Liker, also diejenigen, die auf genau Deiner Facebook-Page auf Like klicken sollen.

Wieviele Liker braucht es für eine Facebook-Page und wo kommen die her?

Wer denkt, ich mache es so, wie früher die Versicherungen ihre semiprofessionellen schmalzigen Außendienstler schulte (ja, ich freue mich schon auf die Verbal-Haue für die fiese Bezeichnung): grabe erstmal Deine Familie und Freunde an und ab. Verkaufe ihnen Versicherungen, bis der Arzt kommt, wäre ebenso gleichzusetzen mit: grabe alle Deine Facebook-Freunde ab, ob sie liken wollen. Fehler Nummer Eins!

Warum kommt es mir nur so vor, dass viele Facebook-Page-„Beauftragte“ genau so denken? Weil es mir so passiert ist, nicht nur einmal.

Ich bekam heute eine – total nette – Anfrage, ob ich denn nicht etwas „liken“ möchte. Natürlich eine Facebook-Page. Eine, die mich inhaltlich nicht im mindesten interessiert. Hätte sein können, dass es mich dennoch interessiert, okay. Aber war nicht so. Was war geschehen?

Anfrage: Willst Du Like klicken? Reicht auch für 2 Monate oder so, ich brauche eine gute Facebook-Liker Zahl für den Vorstand / Firmenführungsetage oder welchen socialmedia-unaffinen Führungskräften auch immer.

Diese Anfrage gehört in die Tonne.

Anfrage 2: landete auf meiner Facebook-Pinnwand. Hey, das geht ja gar nicht! Bitte immer privat posten und freundlich anfragen, dabei die 4 Regeln unten beachten (wer noch Gründe hat, immer her damit).

Nicole, willst du denn gar nichts mehr von uns hören, dürfen wir dich nicht mehr fragen?

Neiiiiiiiiiiiiiin, so war das auch nicht gemeint! Nochmals deutlich gesagt: ich habe immer ein offenes Ohr für Neuigkeiten, ich bin vielseitig interessiert, aber lasst mich bitte einfach selber entscheiden, was ich like und was nicht. Wie ich reagiere. Ob ich darüber blogge oder nicht, ob ich kommentiere oder nicht. Ganz normal, ganz natürlich, so wie man es eben macht – oder nicht! 😉

Wie mache ich es besser, wenn ich jemanden aus meinem Bekanntenkreis (Facebook-Freund) ansprechen möchte, ob er meine Facebook-Page liken möchte?

  • 1. Lieber 10 wirklich interessierte Menschen aussuchen als 100 irgendwie anschreiben, Zahlen sind unwichtig, dazu später mehr
  • 2. Nicht schreiben, „ich suche Liker“!
  • 3. Nicht auf die Facebook-Pinnwand des zu akquirierenden Likers posten, eine private Nachricht macht mehr Sinn!
  • 4. Das wichtigste: Empathie! Begründe, warum Dein neuer Liker etwas davon haben könnte, wenn er/sie liked! Welchen Vorteil, Mehrwert etc.! Dem Liker ist es doch schnurz, ob Du 100 oder 100.000 Liker hast, das ist nicht das Argument (Fehler Nr. 2). „Hey, noch 10 Liker und wir haben 1000 Fans“, ja rutsche mir doch den Buckel runter, was habe ICH denn davon?

Warum sind 10 neue Qualitäts-Liker besser als 100.000? Wenn diese Personen wirklich affin zum Produkt oder der Dienstleistung mit der Facebook-Page kommunizieren, wenn sie Links weitergeben (sharen/teilen), wenn sie – von sich aus!!! – das Produkt empfehlen. Was haben die Facebook-Page-Betreiber davon, wenn sie eine supertolle Zahl haben, aber sich dennoch keiner für sie interessiert?

Was bedeutet es für mich, wenn ich allen Like-Wünschen der Facebook-Pages nachgehe/nachgebe? Inflationäre Likerei (ich meine bei Pages, nicht die Kommentare in der Timeline!) macht für einen selber keinen Sinn, weil ich irgendwann einfach zuviel im Profil als „Aktivitäten und Interessen“ stehen habe. Bei mir sind es 199 Einträge, 15 werden angezeigt und die restlichen 184 auf Klick. Hey und ich bin echt schon ein echter Like-Geizer!

Es ist so einfach, Liker für sich zu begeistern!

  • Ein Konzept – starte nie ohne Konzept, es gibt kein Patentrezept. Dazu gehört auch Content, aber nicht nur!
  • Suche echte Social Media Leute aus Deinem Bereich, die Du fragen kannst, die Dich beraten können (ist eine Dienstleistung, die man buchen kann). Beim Thema Autos/E-Autos/E-Auto-Events: fragt mich! 😉
  • 1. Qualitätscontent, kein Marketing-Blah
    Für Facebook-Pages wie für Blogs gilt: immer aktuelles, möglichst spannendes (und keine spannenden Bla-Slogans!), etwas, das zum Kommentieren anregt, zum Weitergeben. Wenn ich als Liker interessante News einer FB-Page lese, dann gebe ich das doch auch gern weiter! Schneller als die Website sein, anteasern, Ausblicke geben, in Maßen Vermutungen anstellen, … alles je nachdem!
  • 2. Kreativ sein
    Wie das genau aussieht, dafür gibt es kein Patentrezept, aber jede Branche wird da wohl auf Ideen kommen.
    Beispiel: bewerbe ich Hifi-Anlagen (die ich an den Facebook-Liker bringen will), dann kann ich doch mit Musik „spielen“. Verkaufe nicht Dein Produkt, verkaufe das Lebensgefühl, das durch Musik transportiert wird, eben dann auch durch die tolle Hifi-Anlage, die für viele einfach dann dazugehört – und dann vielleicht sogar gekauft wird.
  • 3. Hilfreich sein
    Ein erklärungsbedürftiges Produkt? Der Service/Außendienst kommt nicht hinterher mit Anfragen? Gebe – auch ungefragt – Tipps! Warum nicht auch zusätzlich zum Support – bleiben wir bei der Hifi-Anlage – nicht mal ein tolles Rack erwähnen, wo die Anlage genau drauf passt?
  • 4. Reaktion (eigentlich logisch vorausgesetzt)
    Du hast einen Liker und er schreibt etwas? Reagiere, damit er nicht zum Unliker wird. Aber nicht nur das, denn wenn ich – als potentieller Neu-Liker – sehe, dass Interaktion auf einer Facebook-Page „passiert“, dann like ich viel eher, als wenn die Pinnwände totgeschwiegen werden!

So, ich schließe an dieser Stelle, freue mich über weitere Punkte und Ideen von Euch, die ich gern dazu schreibe.

Fazit: ich like gern, aber an meine Pinnwand lasse ich nur Wasser und Idee …  😉