Facebook nimmt uns auf den Arm ...… aber hat bei uns keine Chance, denn die vernetzten Leute tauschen sich aus!

Wer ist bei Facebook eigentlich auf die Idee gekommen, dass man so eine Kampagne starten kann? Werden da wieder Datenschutz und Persönlichkeitsrechte verletzt? Ist es gar eine Unterstellung, dass mit meinem – und Eurem! – Konterfei geworben wird, derjenige habe den „automatischen Freundefinder“ benutzt?

Also, mir geht es schon so, dass ich mich „benutzt“ fühle, denn meine Statusmeldungen, die ich abgebe, sind als geprüft und „trusty“ zu sehen, außer, ich schreibe dazu, dass etwas ungeprüft ist. Das erwähne ich explizit, dass es eine Annahme oder Vermutung wäre. Was passiert nun, wenn ein Facebook-Kontakt, der sich vielleicht nicht so gut auskennt, liest, dass ich den „automatischen Freundefinder“ benutzt habe? Er wird glauben, dass ich mich auskenne, es empfehle und wird es mir ggf. nachtun.

Auf twitter habe ich vorgestern folgenden Tweet von @netzpolitik gefunden:
Facebook nimmt uns auf den Arm ...
Tja, das ist die Kehrseite: man wird für „dämlich“ gehalten, wenn man auf Facebook angezeigt wird, dass man das Tool benutzt hätte, obwohl dieses von Facebook glatt gelogen ist.

 

C’est la vie? Mitnichten, denn Reputation im Web 2.0 ist ja nun nicht ganz unwichtig. Wer der Sache nicht hinterher geht, der wird denken:

„Wie blöd ist denn Person XY, dass die Ihr E-Mail-Konto samt Passwort in Facebook eingibt?!“
Denn genau das verlangt Facebook, wenn man den automatischen Freundefinder benutzen will. Leute, die eine E-Mail-Adresse mit eigener Domain haben, kommen dabei gut weg, denn dieses Verfahren funktioniert glücklicherweise nicht. Doch wenn man bei GoogleMail, Yahoo, MSN oder noch weiteren Anbietern von Maildiensten ein E-Mail-Konto hat, dann wird der Vorgang unterstützt. Das ganze sieht so aus:

Facebook nimmt uns auf den Arm ...Beruhigen soll den „Unwissenden“ oder „Experimentierfreudigen“, das das Passwort nicht gespeichert wird – aha, aber es wird erstmal gebraucht und in Skripten verwendet, allein dieser Umstand sollte alle aufhorchen lassen und nicht einmal im Traum überlegen lassen, dieses Tool einzusetzen.

Interessant auch die Tatsache, dass nicht mit vollem Namen geworben wird und die Namen sowie Fotos nicht verlinkt sind! Wovor hat sich Facebook denn da in Acht nehmen wollen?

Mich würde wirklich mal interessieren, ob es weitere Hintergrundinformationen gibt, denn ich habe auf die Schnelle jetzt erstmal nichts weiter gefunden, außer ähnlichen Aussagen wie die von Netzpolitik auf twitter.

Zwei Diskussionen habe ich bisher auf Facebook gefunden, die eine davon habe ich angestoßen:

  • Facebook-Diskussion von mir
    dort habe ich erstmal nachgefragt, ob die angezeigten Kontakte dieses Tool benutzt haben, was mit „negativ“ beantwortet wird
  • Facebook-Diskussion von Thomas Pleil
    der sicherstellen wollte, dass keiner diesen Facebook-Quatsch glaubt. Ich denke, diese Statusmeldung ist sehr wichtig und ich kann es nur empfehlen, es ähnlich zu machen, um deutlich darauf hinzuweisen, dass Facebook mit Deinem Profilbild + Vornamen lügt!

Wichtig finde ich auch noch die Hinweise, dass es einige auch als Phishing-Attacke gesehen haben, denn es ist sehr gut, wenn die Nutzer einer Plattform so vorsichtig sind, dass sie auch Systemmeldungen – oder welche, die so aussehen! – immer mit Vorsicht, Skepsis und Zurückhaltung betrachten!

 

UPDATE:

Habe in den Kommentaren von Andreas Grieß Blogbeitrag geantwortet, was ich hier auch noch sehr gern ergänzen möchte:
„Danke für das Aufgreifen meines Blogbeitrags, freut mich sehr!
Du hast einen guten Punkt herausgestellt: darf Facebook zeigen, welche Tools ich im Gebrauch habe?
Ich meine, ohne meine Erlaubnis (und die habe ich nirgendwo offensichtlich gelesen bzw. dem zugestimmt) darf Facebook nicht anzeigen, dass ich ein Freundefindertool benutze, egal, ob ich es einsetze oder – wie in diesem Fall – eben auch nicht – und damit das ganze „gelogen“ ist.
Ich sollte schon selber aussuchen können, welche Tools was an meine Pinnwand schreiben (das kann man übrigens sehr gut steuern), aber wenn bei anderen Freunden einfach meine „Gewohnheiten“ angezeigt werden, ohne dass ich es „freigebe“, dann mag ich das nicht.
„Mag nicht“ ist hier bewusst untertrieben gewählt …
;-)