Gunter Dueck beim #JamCamp, Leidenschaft 2.0

Gunter Dueck beim #JamCamp, Leidenschaft 2.0.
Den Vortrag vom Professor wiederzugeben, erweist sich als sehr komplex. Ich hoffe, dass ich ein Video finde, wo der gesamte Auftritt von Gunter Dueck aufgezeichnet wurde, denn es lohnt sich, alles zu hören. Dueck monierte beispielsweise, dass viele Firmen auf diesen “Facebook-Gewinnspielzirkus” aufspringen und nun der Meinung seien, sie seien im Social Web angekommen. Gewinnspiele gab es doch schon immer, nur eben nicht online. Ich meine auch, dass Gewinnspiele eine kleine Komponente sein können, aber kein Konzept, wie man Social Media “macht”. Es ist auf jeden Fall KEIN Heilsbringer.

Tütensuppe – ein wichtiges Thema

Dueck spricht viel zwischen den Zeilen, macht aber auch gleichzeitig trivial deutlich – mit Beispielen aus dem Alltag. Das war genau “mein Ding”.

Der schöne Vergleich mit der Tütensuppe und dem 3-Sterne-Koch: viele sind im Social Web und im Social Business immer noch auf Tütensuppen-Niveau.

Sie müssen erstmal lernen, wie man eine Tomatensuppe überhaupt kocht. Tüte aufreißen, einrühren geht, ist ein Anfang, aber es reicht auf Dauer eben nicht. Auf jeden Fall ist es hilfreich, wenn man weiß, wie eine 3-Sterne-Koch-Tomatensuppe überhaupt schmeckt bzw. schmecken soll, wenn man sie erfolgreich (=schmackhaft) kochen möchte. Und dann geht es auch nicht von einem Tag auf den anderen, sich die Sterne eines Tomatensuppen-Kochs zu verdienen. 


UPDATE: Ergänzung durch einen G+ Post von Gunter Dueck, ich zitiere:

[...] … ich habe über die Stufen der Kunst gespochen, Tomatensuppe zu kochen, als Tütensuppe, als Verfeinerung derselben und über die Meisterstufe, die ein exzellentes Wissen um den Einkauf von guten Tomaten und Tomaten an sich voraussetzt. Die Leute wollen meist von einem Meister Rezepte wie von Tütensuppen. Der Meister versucht daraufhin, mit ihnen über Tomaten zu reden, aber sie wollen doch nur die Suppe! 

Genauso wollen Leute fast nur Rezepte, wie sie Punkte in Social Media machen, ganz ohne “Tomaten zu kennen”….und da meinte ich, dass das meiste in 2.0 auf Tütensuppenniveau stattfindet. Nur ein paar interessieren sich für Social Media an sich, die meisten wollen nur die “Brühe essen oder solche verkaufen”. 

Vielen Dank für die “knackige Tomate”, die es auf den Stielansatz bringt, Herr Dueck! Ich hatte die Seite des Meisters vergessen explizit zu erwähnen, alles nur auf den “Social Web Aktiven” bezogen. Und wenn er zum Sterne-Koch avancieren möchte, braucht er natürlich einen Meister, der sich mit Tomaten auskennt. Ich sehe, bei diesem Rezepte-Thema: wir brauchen doch das Tomaten-Video. Das ist übrigens schon angefragt und wird von mir hier ergänzt, sobald ich die Info habe! 
Wenn ein Tütensuppenhersteller hier ordentlich monitoren würde, dann weiß ich schon, wer als nächstes als Tomatensuppen-Werbeikone angefragt werden könnte …  

UPDATE: Danke für den Kommentar von Michael Kosmowski mit dem Linkhinweis, ich habe das Video gleich eingebunden:

Watch live streaming video from ibmwebcastgermany at livestream.com

 
Nach dem Vortrag hatte ich noch vor, ein Interview mit Dueck zu drehen, aber es hat sich ein so nettes Offline-Gespräch in einer illustren Runde ergeben, das ich nicht unterbrechen wollte. Als dann schließlich die Handwerker die Kulissen abbauten, war es dann auch schon etwas zu spät.

Aber eine “Story” aus unserem kleinen 1:1-Dialog kann ich noch zum Besten geben. Direkt nach dem Vortrag kam Dueck auf mich zu, ich saß in der ersten Reihe. Es war ihm wohl aufgefallen, wie sehr ich mich über manche Passagen aus seinem Vortrag amüsiert habe. 

Dialog mit Dueck

  • Dueck kommt auf mich zu und fragt: “Sagen Sie, arbeiten Sie bei IBM?”
  • Ich: “Nein, ich bin Freiberuflerin und Bloggerin”
  • Dueck schaut sehr erstaunt, ich schiebe den fragenden Satz nach:
  • Ich: “Jetzt sind sie aber enttäuscht, was?” und zwinkere.
  • Dueck: “Nein, nein, aber Sie haben immer genau an den Stellen gelacht, wo eigentlich nur die IBM-Mitarbeiter lachen können.

Das erklärt sich mit meinen Erfahrungen, die ich schon (in großen und kleinen Firmen) gemacht habe und dass ich in Workshops und Beratungen immer wieder damit konfrontiert werde. Wie bekommt man den Menschen als Mitarbeiter “social”? Ich differenziere übrigens gern “social” und sozial, denn der Begriff “sozial” beinhaltet für mich mehr den normalen (geübten) Umgang miteinander im Real-Life und “social” ist dann virtuell zu sehen. Was ja das Thema “Social Business” des JamCamps von IBM war. Danke nochmals für die Einladung, ich habe sehr interessante Dinge mitnehmen können und habe – so meine ich – auch vielen Menschen eine Menge geben können. Z. B. durch internes Feedback zum Vortrag (sogenannte hilfreiche Manöverkritik, gleich dreimal sind Menschen mit diesem Wunsch auf mich zugekommen) und durch rege Beteiligung in den Diskussionen!

Ich habe zum Thema vom JamCamp noch ein Video gefunden, was ich mir gern im Kontext angeschaut habe: Interviews zur Arbeitswelt von morgen – René Winkelmeyer zum IBM Social Business Toolkit. Folgende Fragen wurden gestellt und von Herrn Winkelmeyer beantwortet:

1. Was ist das IBM Social Business Toolkit?
2. Brauchen Mitarbeiter zusätzliche Guidelines, um Activity Streams nutzen zu können?
3. Wie kann man einen in der Inbox verhafteten Mitarbeiter überzeugen, sich Activity Streams zu öffnen?

Gut finde ich, dass Herr Winkelmeyer nochmals betont, dass allein die Technik und die zur Verfügungstellung von Social Business Tools nicht reicht, sondern, dass viel wichtiger sei, dass man den Menschen, den Mitarbeiter am Arbeitsplatz abholt und zugibt, dass dies in manchen Bereichen bei E-Mail sogar noch nicht geklappt hätte.
Also: es gibt viel zu tun: be social in your business!

UPDATE:
soeben ist mir noch ein – heute erschienender – “Tütensuppen”-Artikel von Lernspielwiese bekannt geworden: Mitgenommen von und aus Duecks Leidenschaft 2.0 



Autor: Nicole Y. Männl Datum: 23. Oktober 2011 Thema: Social Web, Tags: , , , ,

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